‘s ist wieder mal Advent und diese Zeit ist ,ganz einfach gesagt, geprägt vom Warten. Was für die einen ein Abwarten, ist für die anderen ein Erwarten/Hoffen (im Spanischen wird sowohl für warten als auch für hoffen das Wort esperar benutzt). Aber uns allen ist gemeinsam, dass wir warten als wären wir alle ProtagonistInnen in Samuel Beckett’s “Warten auf Godot“. Nun ist es so, dass Menschen die einfach nur Ab-, Er- und Warten/Hoffen, selten etwas Produktives oder wirklich Sinnvolles tun. Und so warten wir zwischen Glühweinständen, Kaufregalen und Kirchenbänken (dass die Kirche in Wirklichkeit so etwas wie eine Wartehalle ist, hört Mann und Frau ja nicht gerade selten). In diesem Ab-, Er- und Warten wirkt so manches schon wie eine Übersprungshandlung. Während wir warten schmücken, basteln und backen wir halt. Akut wird es, wenn Mann und Frau sich wie an Fasching zu einer Gefühlslage oder gewissen Einstellung zwingen muss und Advent zu der Jahreszeit wird, in der sich eine/r wohlig-gut und nachdenklich-still und spendenfreudig-freundlich fühlen muss. Und währenddessen warten wir – die einen ab und die anderen auf.

Vergangenen Sonntag habe ich in einem Gottesdienst ein interessante Idee aufgeschnappt: Obrando esperanza – Hoffnung (mit den eignen Händen) schaffen. Diese Idee scheint mir bedenkens- und umsetzungswert, denn diese Adventszeit und generell unser Dasein als ChristInnen ist mehr als bloßes Ab- und Erwarten und Glühweintrinken,  so als wären Kirchen tatsächlich Wartehallen und Jesus in Wirklichkeit nichts weiter als Godot. In den nächsten Tagen und Wochen will ich versuchen, Möglichkeiten und Wege zu sammeln, um “schöpferisch zu hoffen” (Jürgen Moltmann) – obrando esperanza!