by Andreas Henning

Der Rucksack ist gepackt,  mein Obdach steht leer. Gemeinsam mit edlen WeggefährtInnen habe ich lachend, weinend, tanzend und singend ein weinrotes Adieu in eine laue Sommernacht geschrieben. Die letzten Minuten-Meter meiner Erlanger Wegetappe. Bevor ich nun aufbreche zu alten und neuen Ufern, Jahre ins Land und manche Erinnerungen leider verloren gehen, will ich nicht den Staub dieser Etappe von meiner Kleidung schütteln. Ich drehe mich noch einmal um, eine 360° Retro(per)spektive, um meine Augen noch einmal zu entspannen und Schwung für den weiteren Weg zu nehmen.

Ich habe gegeben und viel zurückbekommen, gelernt und manche Prüfung dennoch nicht bestanden, habe mich mitgeteilt und mit mir wurde geteilt. Meine wichtigste Lektion auf dieser Etappe ist:

“Ich bin Leben, das leben will, umgeben von Leben, das leben will.”

(Albert Schweizer)

Wieder einmal habe ich ganz stark erfahren, dass Leben Wandern heißt und nicht Einsam-Sein. Und selbst wenn ich wie Hesse im Nebel wanderte, ich nicht allein war. Auf diesen drei Jahr-Metern kreuzten einige Menschen meinen Weg und die, die für mich zu WegbegleiterInnen wurden, haben dazu beigetragen, dass ich heute hier stehe und mich voller Freude und Dankbarkeit umdrehen kann. Daher sei zuletzt noch gesagt:

“Wer das Wort ‘FreundIn’ lernt zu verstehen, vergisst die Bedeutung von ‘weit weg’ und was es heißt, allein zu sein.”